Bei Active Directory (oft kurz einfach nur als "AD" bezeichnet) handelt es sich um einen zentralen Verzeichnisdienst (wie der Name schon sagt). Dieser wurde ursprünglich (etwa 1999) von Microsoft entwickelt, um bestimmte Probleme innerhalb von Windows-Netzwerken zu lösen. Mit AD ist es relativ einfach möglich Benutzer, Gruppen, Geräte und Ressourcen zu verwalten. In Zeiten, in denen viele Services in der Cloud gehostet werden, hat Microsoft angefangen "Azure AD" anzubieten, um auch hier Active Directory-Funktionalitäten bereitzustellen. Mittlerweile wurde "Azure AD" in "Microsoft Entra ID" umbenannt.
Wozu braucht man ein Active Directory?
Im Allgemeinen - wenn auch nicht ganz korrekt - kann man ein Active Directory mit einem Telefonbuch vergleichen. Es beinhaltet alle relevanten Informationen zu Nutzern, Gruppen, Ressourcen und Geräten. Mit Hilfe dieser Informationen kann ermittelt werden, wer auf welche Ressource innerhalb des Netzwerks zugreifen darf - und wer nicht. Active Directory ist damit das Kernstück der IT eines jeden Unternehmens, das primär auf Windows-Systemen basiert (und das sind die meisten Unternehmen). Aus Sicht des IT-Administrators ist AD ein unverzichtbares Werkzeug, um die IT-Infrastruktur eines Unternehmens zu verwalten und zu schützen.
Wie ist ein Active Directory aufgebaut?
Ein AD hat drei grundlegende Bestandteile:
- - Schema - hier werden Typen von Objekten sowie deren Eigenschaften definiert
- - Konfiguration - die Struktur des gesamten Verzeichnisses wird in dieser Komponente dargestellt
- - Domäne - alle Informationen zu Objekten innerhalb einer Domäne werden in dieser Komponente gespeichert
Als Objekt wird im Allgemeinen beispielsweise ein Benutzer, ein Endgerät, eine Benutzergruppe oder Ressource bezeichnet. Jedes dieser Objekte kann Eigenschaften haben - ein Benutzer kann etwa die Attribute "E-Mail" oder "Position" besitzen.
Ein Active Directory ist immer streng hierarchisch aufgebaut. Die oberste Ebene ist die Gesamtstruktur (Forest) - hierbei handelt es sich quasi um einen Verbund mehrerer Domänen. Innerhalb eines Forests gibt es dann einzelne Domänen, die wiederum in Organisationseinheiten (OU) unterteilt sind. In einer OU können dann wiederum Benutzer, Gruppen, Geräte und Ressourcen abgelegt werden. Diese Informationen werden auf so genannten Domaincontrollern gespeichert - quasi dem Herzstück eines Active Directory (hierzu weiter unten etwas mehr).
In der Praxis wird ein Active Directory sehr sorgfältig geplant und auf Basis von Standort, Aufgaben und IT-Rollen (bzw. Kombinationen davon) strukturiert.
Alle relevanten Informationen werden strukturiert in einer Verzeichnisdatenbank gespeichert.
Welche Funktionen und Dienste bietet AD?
"Active Directory" ist ein recht breiter Begriff, der diverse Dienste umfassen kann - ohne auf Details einzugehen - hier eine Auswahl der wichtigsten Dienste und Funktionen:
- - AD DS / AD Domain Services (Domänendienst)
- - AD LDS / Lightweight Directory Services (eingeschränkte/einfache Version von AD DS
- - AD FS / Federation Services (Authentifizierung externer Nutzer am AD sowie Single Sign-On)
- - AD RMS / Rights Management Services (Rechteverwaltung)
- - AD CS / Certificate Services (Zertifikatsverwaltung)
Bekannte und bis heute häufig verwendete Protokolle sind LDAP (Lightweight Directory Access Protocol), Kerberos sowie SMB. Mit diesen Protokollen können sich Nutzer authentifizieren, auf Ressourcen zugreifen und Daten austauschen. DNS ist ebenfalls ein Bestandteil und dient der Hostnamenauflösung - dies erlaubt die Kommunikation zwischen Geräten über Namen (z.B. "computer1.unternehmensname") statt über IP-Adressen.
Domänencontroller und ihr Zweck
In einer AD-Infrastruktur spielen Domänencontroller (DC) eine wichtige Rolle. Diese Server sind für die Authentifizierung von Benutzern und Geräten zuständig. Sie stellen sicher, dass nur berechtigte Nutzer auf bestimmte Ressourcen zugreifen können. Domänencontroller sind also sozusagen die "Wächter" des Active Directory. Aus Angreiferperspektive ist ein Domaincontroller das Hauptziel - hat man diesen unter Kontrolle, so steht einem der Zugriff auf das gesamte Netzwerk offen. Entsprechend wichtig ist es, Domänencontroller besonders zu schützen.
Welche Sicherheitsrisiken sind in Active Directory typisch?
Viele erfolgreiche Angriffe beruhen nicht auf einer einzelnen AD-Schwachstelle, sondern auf einer Kette aus übermäßigen Rechten, alten Konten, schwachen Dienstkonto-Passwörtern, unsicheren Delegationen und schwer überschaubaren Gruppenmitgliedschaften. Angreifer sammeln zunächst Informationen, erweitern ihre Rechte und bewegen sich anschließend als Lateral Movement zwischen Systemen. Kerberoasting richtet sich beispielsweise gegen Kerberos-Service-Tickets und die Passwörter zugehöriger Dienstkonten.
| Bereich | Wichtige Kontrolle |
|---|---|
| Privilegierte Konten | Getrennte Administratorkonten, minimale Rechte, geschützte Admin-Arbeitsplätze und überwachte Gruppenänderungen. |
| Dienstkonten | gMSA oder lange zufällige Kennwörter, minimale SPN- und Anmelderechte sowie regelmäßige Rotation. |
| Domänencontroller | Keine unnötigen Rollen, restriktiver Zugriff, aktueller Patchstand, sichere Backups und zentrale Ereignisüberwachung. |
| Protokolle | Unsichere Altverfahren reduzieren, LDAP absichern und NTLM-Nutzung schrittweise messen und begrenzen. |
| Wiederherstellung | Forest-Recovery-Verfahren, offline verfügbare Dokumentation und regelmäßig geprüfte Backups. |
Active Directory und Microsoft Entra ID
Microsoft Entra ID ist kein in die Cloud verschobener Domänencontroller. Der Cloud-Identitätsdienst verwendet andere Objekte, Protokolle und Vertrauensgrenzen, etwa OAuth, OpenID Connect, SAML, App-Registrierungen und Conditional Access. In hybriden Umgebungen verbinden Synchronisation und Föderation beide Welten. Deshalb müssen Administratorrollen, Dienstprinzipale, Synchronisationskonten und Notfallzugänge gemeinsam betrachtet werden.
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Damian Strobel - Geschäftsführung
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